OMI-SPEC-200 – Testmodell
Status
Entwurf
Version: 0.1.0
Alte Kennung: OMI-SPEC-006
Zweck
Das „Review Model“ legt fest, wie wissenschaftliche Begutachtungsprozesse innerhalb des „Open Manuscript Initiative“ (OMI) dargestellt werden.
Anstatt Peer-Review als externen Arbeitsablauf zu betrachten, modelliert „OMI“ Begutachtungen als semantische Objekte, die direkt mit dem Manuskript verknüpft sind.
Dieser Ansatz ermöglicht die gemeinsame Bearbeitung, transparente Überarbeitungsverläufe und Interoperabilität zwischen verschiedenen Veröffentlichungsplattformen.
Gestaltungsprinzipien
Das Überprüfungsmodell folgt diesen Grundsätzen:
- Semantik an erster Stelle
- Workflow-unabhängig
- Unabhängig vom Rezensenten
- Plattformunabhängig
- Transparent
- Erweiterbar
- Beständig
- Maschinenlesbar
Rezension als semantische Ebene
Eine Rezension ist nicht Bestandteil des Manuskripts.
Stattdessen bilden Bewertungen eine eigenständige semantische Ebene, die über Anker verknüpft ist.
Document
│
├── Content Layer
├── Annotation Layer
└── Review Layer
Das Manuskript bleibt unverändert, während sich die Informationen zur Begutachtung unabhängig davon weiterentwickeln.
Objekte überprüfen
Eine Rezension besteht aus semantischen Objekten.
Beispiele hierfür sind:
- Rezension
- Rezensent
- Empfehlung
- Kommentar zur Rezension
- Redaktionelle Entscheidung
- Antwort des Autors
- Antrag auf Überarbeitung
Jedes Objekt verfügt über eine eigene Kennung und eigene Metadaten.
Rollen überprüfen
OMI unterscheidet verschiedene Teilnehmerrollen.
Beispiele:
- Autor
- Rezensent
- Redakteur
- Gastredakteur
- Chefredakteur
- Verlag
- KI-Assistent
Über Plugins können weitere Rollen hinzugefügt werden.
Testmodelle
OMI unterstützt verschiedene Überprüfungsabläufe.
Beispiele hierfür sind:
- Einseitig verblindet
- Doppelblind
- Dreifachblind
- Offene Überprüfung
- Transparente Bewertung
- Gemeinsame Überprüfung
- Überprüfung nach der Veröffentlichung
Der Arbeitsablauf wird durch das Publikationsprofil und nicht durch das Manuskript selbst festgelegt.
Kommentare zur Rezension
Bewertungskommentare sind semantische Anmerkungen, die über Anker hinzugefügt werden.
Ein Kommentar kann sich auf Folgendes beziehen:
- ein Wort
- ein Satz
- ein Absatz
- eine Zahl
- eine Tabelle
- eine Formel
- Metadaten
- das gesamte Manuskript
Kommentare bleiben auch dann gültig, wenn das Manuskript neu formatiert wird.
Metadaten überprüfen
Jede Rezension enthält:
- Bezeichner
- Rezensent
- Art der Bewertung
- Empfehlung
- Zeitstempel
- Version
- Sichtbarkeit
- Status
Empfehlungen zur Überprüfung
Zu den typischen Empfehlungen gehören:
- Akzeptieren
- Geringfügige Überarbeitung
- Umfassende Überarbeitung
- Erneut einreichen
- Ablehnen
In den Veröffentlichungsprofilen können zusätzliche Empfehlungen festgelegt sein.
Redaktionelle Entscheidungen
Redaktionelle Entscheidungen sind eigenständige semantische Objekte.
Beispiele:
- Ablehnung ohne Begutachtung
- Zur Überprüfung weiterleiten
- Überarbeitung erforderlich
- Akzeptieren
- Ablehnen
- Veröffentlichen
Jede Entscheidung kann sich auf eine oder mehrere Überprüfungen beziehen.
Antworten der Autoren
Autoren können direkt auf die Kommentare der Gutachter eingehen.
Reviewer Comment
↓
Author Response
↓
Editorial Decision
Die gesamte Diskussion bleibt über persistente Identifikatoren verknüpft.
Sichtbarkeit
Prüfobjekte unterstützen verschiedene Sichtbarkeitsstufen.
Beispiele:
- Privat
- Nur für Rezensenten
- Nur für Redakteure
- Autoren
- Öffentlich
Die Sichtbarkeit kann sich im Laufe des Manuskriptzyklus ändern.
Versionsverwaltung
Prüfungen sind versionsabhängig.
Das System bewahrt Folgendes:
- Originalrezension
- überarbeitete Rezension
- Antworten der Autoren
- redaktionelle Entscheidungen
Es wird nichts überschrieben.
Zeitplan für die Überprüfung
Jede Überprüfungsveranstaltung wird aufgezeichnet.
Beispiel:
Submission
↓
Editorial Screening
↓
Reviewer Invitation
↓
Peer Review
↓
Revision
↓
Acceptance
↓
Publication
Die Zeitleiste wird Teil der Entstehungsgeschichte des Manuskripts.
KI-gestützte Überprüfung
Künstliche Intelligenz könnte den Gutachtern helfen.
Beispiele hierfür sind:
- Sprachanalyse
- Validierung von Metadaten
- Überprüfung der Quellenangaben
- Konsistenzprüfung
- Barrierefreiheitsprüfung
- Plagiatsindikatoren
KI-Vorschläge sind eindeutig gekennzeichnet und ersetzen niemals das menschliche Urteilsvermögen.
Interoperabilität
Zu den künftigen Kartierungen gehören:
- OJS Prüfungsablauf
- JATS Fachkollegenbegutachtung
- DocMaps
- COAR-Benachrichtigung
- Web-Annotation
- Hypothes.is
Plugin-Erweiterungen
Plugins können Folgendes verursachen:
- fachspezifische Überprüfungsmodelle
- Vorlagen für Bewertungen
- Bewertungssysteme
- Redaktionelle Arbeitsabläufe
- Veröffentlichungsrichtlinien
ohne den „OMI“-Kern zu verändern.
Zukünftige Arbeit
Zukünftige Spezifikationen werden Folgendes festlegen:
- Modell für den redaktionellen Arbeitsablauf
- Entscheidungsmodell
- KI-Rezension „API“
- Analysen überprüfen
- Reputation der Rezensenten
Änderungshistorie
- 0.1.0 — Umstellung von der vorläufigen Adresse
OMI-SPEC-006auf die offizielle AdresseOMI-SPEC-200.
Zusammenfassung
Das „OMI“-Review-Modell betrachtet das Peer-Review-Verfahren als eine vollwertige semantische Komponente der wissenschaftlichen Kommunikation.
Durch die Trennung der Begutachtungsinformationen vom Manuskriptinhalt bei gleichzeitiger Verknüpfung beider Elemente über persistente Anker ermöglicht „OMI“ transparente, übertragbare und plattformunabhängige wissenschaftliche Begutachtungsabläufe.