OMI-SPEC-140 – Metadatenmodell
Status
Entwurf
Version: 0.1.0
Alte Kennung: OMI-SPEC-004
Zweck
Das Metadatenmodell legt fest, wie wissenschaftliche Metadaten in der „Open Manuscript Initiative“ (OMI) dargestellt werden.
Metadaten beschreiben das wissenschaftliche Objekt selbst und nicht dessen visuelle Darstellung.
Das Modell soll die Interoperabilität zwischen Autorenwerkzeugen, Veröffentlichungsplattformen, Repositorien, Indexierungsdiensten und Systemen zur Langzeitarchivierung gewährleisten.
Gestaltungsprinzipien
Das Metadatenmodell folgt diesen Grundsätzen:
- Semantik an erster Stelle
- Maschinenlesbar
- Für Menschen verständlich
- Interoperabel
- Erweiterbar
- Beständig
- FAIR-kompatibel
- Plattformunabhängig
Metadaten-Ebenen
OMI unterscheidet mehrere Metadatenebenen.
Document
│
├── Descriptive Metadata
├── Administrative Metadata
├── Technical Metadata
├── Preservation Metadata
└── Discipline-specific Metadata
Beschreibende Metadaten
Beschreibt die wissenschaftliche Arbeit selbst.
Beispiele:
- Titel
- Untertitel
- Zusammenfassung
- Schlüsselwörter
- Sprache
- Betreff
- Disziplin
- Art der Veröffentlichung
Metadaten zum Autor
Jeder Autor wird als semantisches Objekt dargestellt.
Beispiele:
- Vollständiger Name
- Bevorzugter Name
- ORCID
- Zugehörigkeit
- ROR Bezeichner
- E-Mail (optional)
- Land
- Biografie (optional)
Ein Autor kann mehreren Einrichtungen angehören.
Metadaten zur Zugehörigkeit
Informationen zu den Institutionen sollten unabhängig von den Autoren bleiben.
Beispiele:
- Name der Einrichtung
- Abteilung
- Fakultät
- Land
- Stadt
- ROR Bezeichner
- Website
Metadaten zu Identifikatoren
OMI unterstützt mehrere persistente Identifikatoren.
Beispiele:
- DOI
- ARK
- Griff
- ORCID
- ROR
- ISBN
- ISSN
- ISNI
Das Modell lässt mehrere Identifikatoren für dasselbe Objekt zu.
Metadaten zur Veröffentlichung
Beispiele hierfür sind:
- Veröffentlichungsstatus
- Version
- Verlag
- Zeitschrift
- Umfang
- Thema
- Artikelnummer
- Seiten
- Erscheinungsdatum
Metadaten zu Rechten
Zu den Informationen zu den Rechten gehören:
- Lizenz
- Urheberrechtsinhaber
- Urheberrechtsjahr
- Embargo
- Zugriffsrechte
Beispiele:
- MIT
- CC BY 4.0
- CC BY-SA
- CC BY-NC
- CC0
Metadaten zur Finanzierung
Die Forschungsfinanzierung sollte ausdrücklich ausgewiesen werden.
Beispiele:
- Förderorganisation
- Fördernummer
- Titel des Förderprojekts
- Identifikationsnummer des Geldgebers
Zukünftige Versionen werden möglicherweise die Integration mit dem Crossref Funder Registry unterstützen.
Metadaten zu Forschungsergebnissen
Ein Manuskript kann auf weitere Forschungsergebnisse verweisen.
Beispiele:
- Datensatz
- Software
- Protokoll
- Bildersammlung
- Zusatzmaterial
- Multimedia
Jede Ausgabe sollte nach Möglichkeit über eine eigene persistente Kennung verfügen.
Metadaten zur Langzeitarchivierung
Für die Langzeitarchivierung sind zusätzliche Metadaten erforderlich.
Beispiele:
- Erstellungsdatum
- Änderungsdatum
- Versionsverlauf
- Prüfsumme
- Dateiformat
- Erhaltungszustand
Zukünftige Versionen werden möglicherweise an PREMIS angepasst.
Fachspezifische Metadaten
Fachprofile können das Metadatenmodell erweitern.
Beispiele:
Geschichte
- Archiv
- Sammlung
- Signatur
Medizin
- Ethik-Genehmigung
- Kennung der klinischen Studie
Chemie
- CAS-Nummer
- Molekülformel
Biologie
- Taxonomische Kennung
- Gen-Kennung
Mathematik
- MSC-Klassifizierung
Beziehungen zwischen Metadaten
Metadatenobjekte sind miteinander verknüpft.
Beispiel:
Author
│
├── ORCID
├── Affiliation
└── Funding
Affiliation
│
└── ROR
Beziehungen sind explizit und maschinenlesbar.
Interoperabilität
Das Metadatenmodell ist auf Interoperabilität mit bestehenden Standards ausgelegt.
Zu den geplanten Zuordnungen gehören:
- JATS
- Crossref
- DataCite
- Dublin Core
- schema.org
- MARC21
- MODS
- BibTeX
- CSL JSON
- RIS
Validierung
Metadaten sollten die Validierung unterstützen.
Beispiele hierfür sind:
- Pflichtfelder
- Validierung von Identifikatoren
- kontrollierte Vokabulare
- Sprachcodes
- Datumsformate
Die Validierungsregeln können je nach Publikationsprofil variieren.
Erweiterbarkeit
Das Metadatenmodell lässt sich durch Plugins erweitern.
Plugins können Folgendes verursachen:
- neue Metadatenfelder
- fachspezifische Vokabeln
- Validierungsregeln
- Exportzuordnungen
ohne die Kernspezifikation zu ändern.
Zukünftige Arbeit
Zukünftige Spezifikationen werden Folgendes festlegen:
- Zitiermodell
- Metadaten überprüfen
- Erhaltungsmodell
- Verknüpfte offene Daten
- Integration des Knowledge Graphs
Änderungshistorie
- 0.1.0 — Von der vorläufigen Adresse
OMI-SPEC-004auf die offizielle AdresseOMI-SPEC-140umgestellt.
Zusammenfassung
Das Metadatenmodell „OMI“ bietet ein flexibles, erweiterbares und auf Standards basierendes Rahmenwerk zur Beschreibung wissenschaftlicher Objekte.
Durch die Trennung von Metadaten und Darstellung sowie die Unterstützung persistenter Identifikatoren und internationaler Standards ermöglicht „OMI“ eine nahtlose Interoperabilität zwischen den verschiedenen Ökosystemen des wissenschaftlichen Publizierens.